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Halloween - Doggy Style

Am 31.10. jeden Jahres zelebriert man in den USA - und zunehmend auch in Deutschland - Halloween. In den Staaten ist das nicht zu übersehen, da im Vorfeld in vielen Nachbarschaften ein Dekorationswettbewerb ausbricht und Wohnhäuser zu Spukschlössern sowie Gärten zu Friedhöfen umdekoriert werden. Da die Kostümierung von Menschen und Häusern schon lange Tradition hat und damit ein alter Hut ist, hat sich in den letzten Jahren ein neuer Trend herauskristallisiert: Hundekostüme. Wer mir jetzt nicht glaubt, dass das hier mit großem Aufwand betrieben wird, kennt zum einen die Amerikaner schlecht (es muss immer etwas Neues geben und sobald ein neuer Trend am Horizont auftaucht, springen alle auf den Zug auf, egal wie blödsinnig die Aktion einem Mitteleuropäer erscheinen mag) und würde wahrscheinlich sprachlos vor den ’dog costumes’ in den Kostümgeschäften stehen bleiben.
Zur Illustration habe ich hier eine kleine Auswahl meiner Lieblingsbeispiele zusammengestellt (glaubt mir, ich habe noch viel mehr Bilder). Wie man sieht, werden natürlich auch andere Haustiere nicht verschont:


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2.11.06 23:24


Orca adventures

Bei der folgenden Geschichte bin ich ausnahmsweise mal froh, dass ich sie nicht selber erlebt habe, sondern sie gemütlich aus der unbeteiligten Erzählerperspektive wiedergeben kann: Vor ein paar Wochen reiste ich in die Gegend um Seattle und Vancouver und ganz oben auf meinem Programm stand ’whale watching’ auf Vancouver Island, weshalb ich andere Reisende nach ihren Erfahrungen befragte. Eine Deutsche in Vancouver berichtete mir, dass sie von Victoria auf Vancouver Island aus zu einer ’whale watching’-Tour aufgebrochen sei und zunächst alles auf einen optimalen Verlauf hingedeutet hatte. Neben Sichtungen der ’resident orcas’ – einer ständig in der unmittelbaren Umgebung lebenden Schwert- bzw. Killerwal-Population, die sich hauptsächlich von den ebenfalls dort vorkommenden Lachsen ernährt – hatten sie das vermeintliche Glück, ’transient orcas’, also auf der “Durchreise“ befindliche Killerwale, mit einem anderen Speiseplan zu Gesicht zu bekommen. Diese Gruppe von Orcas jagte einen Seehund und die ’whale watching’-Touristen fanden das zunächst recht spannend – bis der Seehund in ihr Boot sprang und die Orcas immer dichtere Kreise um das ’Zodiac’ zogen. Ein ’Zodiac’ ist im Grunde nichts anderes als ein stabiles motorisiertes Schlauchboot und der größte der Killerwale war ca. einen Meter länger, so dass es ein Leichtes für ihn gewesen wäre, das Boot zum Kentern zu bringen. Der ’whale watching’-Guide versuchte, den Seehund zum Verlassen des Bootes zu bewegen, doch dieser biss ihn, da außerhalb des ’Zodiacs’ der sichere Tod auf ihn wartete. Der Guide meinte weiterhin, dass ihm das in 16 Jahren ’whale watching’ noch nicht passiert sei und dass bloß niemand über Bord fallen dürfe. Er wirkte recht ratlos und auch das Anfunken seiner Station brachte keine Hilfe; dort hatte ebenfalls niemand eine Lösung für die Situation.

Ich bin mir sicher, dass einige Stoßgebete aus diesem Boot gen Himmel flogen und nach einer Viertelstunde waren die charakteristischen Rückenflossen der Orcas nicht mehr zu sehen. Der Guide sah allerdings keinen Grund für eine Entwarnung, da die Killerwale als ausgesprochen schlaue Jäger vermutlich unter dem ’Zodiac’ lauerten und darauf warteten, dass der Seehund im Gefühl der Sicherheit wieder über Bord sprang. So fuhren sie ganz langsam Richtung Küste und nach ungefähr einer Stunde sprang der Seehund plötzlich über Bord. Nichts passierte und die Gruppe gelangte unversehrt wieder in den Hafen.
Danach war ich mir nicht mehr ganz so sicher, wie spektakulär ich mir mein ’whale watching’ wirklich wünschte. Besonders wer ’Der Schwarm’ gelesen hat, wird in etwa einschätzen können, welche Gedanken mir bei der Fahrt nach Tofino an der Westküste der Insel durch den Kopf gingen. Im Endeffekt sah ich einige Grauwale und ertappte mich dabei, doch dem Umstand nachzutrauern, keine Orcas gesehen zu haben…
20.10.06 20:16


Mad Cow(boy)s

Der heutige Tag begann damit, dass man mir bei einer Blutspendeaktion des amerikanischen Roten Kreuzes mitteilte, mich als Spender leider ablehnen zu müssen, da ich die Mad Cow disease (Rinderwahn) haben könne…

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[dramatische Pause]

Bisherige Reaktionen auf diese Erzählung haben mir gezeigt, dass ich an dieser Stelle noch einmal betonen muss, dass das kein Scherz ist, sondern mir wirklich so gesagt wurde! Dadurch kamen wir bei mir gar nicht zu den weiteren Fragen, ob ich schwul sei oder jemals Geld für Sex genommen habe, womit man auch aus der Kandidatenliste fliegt. Außerdem kommt bestimmt noch die Frage, ob man Mitglied einer terroristischen Vereinigung ist, hinzu (OK zugegeben, die letzte ist ausgedacht und nicht wirklich in der Liste - Christians erstaunte Nachfrage kann ich daher bestätigen: Ja, die nehmen tatsächlich Terroristenblut!) Vielleicht ist es aber auch ganz gut, dass ich nicht akzeptiert wurde, denn von sechs anwesenden Spendern schien bei zwei von ihnen die Nadel nicht richtig gesetzt zu sein, denn es kam wenig bzw. gar kein Blut. Da es eine Vorschrift gibt, dass die erforderliche Menge innerhalb von zehn Minuten erreicht werden muss, versuchte man diesen Kandidaten fieberhaft „beim Bluten zu helfen“. Zum Glück wurde in den USA kürzlich die Definition von Folter umgedeutet, sonst hätte es dort evtl. ein Problem gegeben… Außer Schmerzen gab es für die beiden Kandidaten im Endeffekt nichts zu holen; das abgenommene Blut musste entsorgt werden.

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Aber um das ganze mal auf eine etwas wissenschaftlichere Ebene zu heben: Das amerikanische Rote Kreuz schließt diverse Risikogruppen als Blutspender aus (u.a. Schwule wegen des höheren HIV-Risikos, was natürlich im Land der political correctness auch einige Debatten hervorruft). Ebenfalls abgelehnt werden alle Menschen, die seit 1980 mehr als 3 Monate in Großbritannien, 6 Monate in einigen anderen Ländern (z.B. Deutschland) oder 5 Jahre im Rest Europas verbracht haben. Grund ist hier die Gefahr der Übertragung einer Variante der Creutzfeld-Jacob-Krankheit (vCJD) durch BSE-Erreger, also die oben angesprochene Mad Cow disease. Diese kann tatsächlich per Bluttransfusion übertragen werden und es existiert noch kein Testverfahren, um sie in Blutkonserven nachzuweisen. Fraglich bleibt allerdings, ob die derzeitigen amerikanischen Restriktionen nicht etwas über das Ziel hinausschießen. BSE-Fälle hat es mittlerweile auch in den USA gegeben, eine signifikante Anzahl an menschlichen Todesfällen in ihrer Folge allerdings nur in Großbritannien. In Deutschland werden Menschen, die in Großbritannien operiert wurden oder dort eine Bluttransfusion erhalten haben, nicht als Blutspender akzeptiert.
Die negative Folge eines Ausschlusses zu vieler freiwilliger Spender sind sinkende Blutvorräte, die durch verstärktes Werben um Spender aufgefüllt werden müssen, um die Blutversorgung sicherzustellen. Hierbei wird häufig Geld geboten, was wiederum Menschen als potentielle Spender anlockt, die höhere Risiken in diversen Kategorien aufweisen und die Fragen nicht unbedingt wahrheitsgemäß beantworten, um an das Geld zu kommen. Empirisch belegt ist außerdem, dass das Risiko für Virusinfektionen bei neuen Spendern höher ist als bei Dauerspendern.
Eine deutsche Studie besagt, dass der Ausschluss von Spendern selbst bei pessimistischen Szenarios den epidemiologischen Verlauf der angesprochenen Variante der Creutzfeld-Jakob-Krankheit nicht wesentlich verändern würde. In den USA könnte allerdings die Angst vor den berüchtigten Schadensersatzklagen eine Rolle spielen und somit zu Anstrengungen zur Verhinderung von Einzelfällen, selbst bei einer potentiellen negativen Auswirkung für die Gesamtsituation, führen. Zum Glück konnte durch die restriktive Handhabung die Übertragung des Rinderwahns auf Menschen in den USA verhindert werden.

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Abschließend noch eine kleine Hilfestellung zum Erkennen der Mad Cow disease. Infizieren kann man sich neben Bluttransfusionen noch über den Verzehr von Nahrungsmitteln, die BSE-Erreger in sich tragen .


P.S.: Falls jemand eine der Rinderwahnschleifen von Harald Schmidt hat und sie mir verkaufen würde, sagt Bescheid. Ich würde sie mir zu gerne hier im Büro anstecken, da meine Kollegen schon überlegt haben, mich als Träger der Mad Cow disease in ein Quarantäne-Cubicle umzuquartieren.
31.8.06 00:18


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„Bild Dir Deine Meinung“ dürfte wohl als der heuchlerischste Slogan der deutschen Mediengeschichte gelten, denn kein Presseorgan betreibt mehr Meinungsmache und versucht die Leser zu beeinflussen, anstatt objektiv zu berichten. Die BILD-Zeitung ist dabei so prall mit Fehlern gefüllt, dass es seit Juni 2004 das BILDblog gibt, das täglich auf „die kleinen Merkwürdigkeiten und das große Schlimme“ aufmerksam macht. Mittlerweile ist das BILDblog mit täglich durchschnittlich 40.000 Besuchern das mit Abstand meistgelesenste Blog Deutschlands und – wie einer der Gründer, Stefan Niggemeyer, kürzlich im Literarischen Salon der Uni Hannover berichtete – noch zu klein, um der BILD-Zeitung wirklich gefährlich zu werden, aber auch schon zu groß, um von der Rechtsabteilung des Springer-Verlags richtig in die Mangel genommen zu werden. Denn das wäre Publicity im großen Stil für das ungeliebte Blog.
Entstanden ist das Ganze aus Ärger über die tägliche Pflichtlektüre (und das ist die BILD-Zeitung für Journalisten nun mal, weil man ja „wissen muss, welche Sau gerade durchs Dorf gejagt wird“), da die BILD-Redakteure in vielen Fällen einfach nicht recherchieren (z.B. stimmen die Altersangaben fast nie) und bewusst Sachverhalte verdrehen, um ihre Stories aufzubauschen. Außerdem erscheinen die (falschen) Meldungen häufig recht weit oben in den Ergebnissen von Suchmaschinen wie Google und multiplizieren sich damit als Quelle für Andere, die darauf Bezug nehmen. Dem versucht BILDblog mit möglichst hoch angesiedelten eigenen Rankings entgegenzusteuern. Niggemeyer gab dafür kürzlich sogar seine Stelle als verantwortlicher Medienredakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung auf, um „mal zu sehen, ob man davon [dem BILDblog] leben kann“. Lesenswert nebenbei bemerkt seine Analyse in der FAS, warum Johannes B. Kerner vielen Leuten so unsympathisch ist, obwohl er doch nie schlimme Fragen stellt.

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BILDblog gibt allen Internetnutzern die Möglichkeit, aktiv zu partizipieren und Niggemeyer berichtete über das Erstaunen der Redaktion, „wie viele sachdienliche Hinweise allein zwischen 2 und 3 Uhr nachts eingehen“.
Wer also seinen Eindruck von der journalistischen Qualität der BILD-Zeitung bestätigt haben oder sich einfach nur mal amüsieren will, sollte beim BILDblog vorbeischauen; schließlich sind die Besucherzahlen dort indirekt auch ein Statement für sauberen Journalismus. Und wer wissen will, wie die berüchtigten BILD-Schlagzeilen entstehen, sollte den Schlagzeil-O-Mat ausprobieren.


Ebenfalls zu lesen im Logbuch der Berliner Gazette.

22.7.06 01:08


Die wandelnde Chaostheorie

Für die Fußballfreunde unter uns möchte ich heute auf Anregung von Dirk einen Beitrag über Jiri Stajner bringen und damit ist die Thematik auch schon klar: Es geht um die sich bedingende Nähe von Genie und Wahnsinn.

Nicht erst seit Diego Maradona mit einem Luftgewehr auf italienische Reporter schoss, wissen wir, dass auch im Fußball das Ausmaß der Genialität mit einem gleichen Anteil an Wahnsinn einhergeht. Während die „hand of god“ (in Rosario, Argentinien, wurde übrigens die „church of the hand of god“ gegründet, die mittlerweile, im Jahr 46 A.D. (After Diego) über 20.000 Anhänger zählt) zum Gewehr griff, sucht sich bei anderen Spielern, denen man Genialität nachsagt, diese die unterschiedlichsten Ventile um den scheinbar vorhandenen Druck des Geniedaseins erträglich zu machen: Sei es exzessiver Tabak- und Alkoholgenuss (Paul Gascoigne, Mario Basler) oder schlicht Dampfplauderei (Beckenbauer, Matthäus). Im Umkehrschluss lässt sich übrigens folgern, dass mit einem gewissen Maß an Wahnsinn auch Momente der Genialität einhergehen (Olli Kahn).

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Ein friedfertiger Vertreter der ersten Gattung ist die tschechische Wundertüte Jiri Stajner. Wenn Chaostheoretiker davon sprechen, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings in Neuseeland, das Wetter bei uns unberechenbar machen kann, so ist Jiri Stajner eine Boeing 747 im Tiefflug: In seinem Umkreis verschwindet jede Vorhersehbarkeit und selbst Hochleistungscomputer, die in Differentialgleichungssystemen mit elf Variablen versuchen würden, Stajners nächste Aktion vorauszuberechnen, wären verloren.

Zur Verdeutlichung geht es kurz ans tactic board, um zwei unterschiedliche Spielstile miteinander zu vergleichen. Die Punkte markieren dabei in Abständen von 5 Sekunden den jeweiligen Aufenthaltsort des Spielers bei einem Alleingang:

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Hans-Peter Briegel

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Jiri Stajner

Beschreibungen seines Spielstils verwenden häufig Formulierungen wie „ein Ballkontakt von Stajner ist ein Doppelpass zwischen Genie und Wahnsinn“, doch der Fan verzeiht alles, denn er erliegt der Faszination der Ungewissheit. Spieler, in deren näherer Umgebung sich der Raum der Wahrscheinlichkeit zu krümmen scheint, locken die Zuschauer ins Stadion und vor die Bildschirme, strahlen sie doch eine faszinierende, teils sogar mystische Aura aus.
Stajner, der Ball und die Gegenspieler sind unabhängige Elemente in einem chaotischen Kosmos, doch manchmal fällt alles so zusammen, dass dabei so etwas wie ein magischer Moment entsteht. Und so wie nicht geklärt ist, ob das Orakel von Delphi wusste, was es prophezeite, so ist man sich bei Jiri Stajner nie sicher, ob er selber weiß, was er als Nächstes mit dem Ball anstellen wird. Und wartet gebannt auf ein Wunder…

P.S.: Die Unberechenbarkeit bleibt bis 2008 in Hannover!
9.2.06 17:49


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