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Mad Cow(boy)s

Der heutige Tag begann damit, dass man mir bei einer Blutspendeaktion des amerikanischen Roten Kreuzes mitteilte, mich als Spender leider ablehnen zu müssen, da ich die Mad Cow disease (Rinderwahn) haben könne…

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[dramatische Pause]

Bisherige Reaktionen auf diese Erzählung haben mir gezeigt, dass ich an dieser Stelle noch einmal betonen muss, dass das kein Scherz ist, sondern mir wirklich so gesagt wurde! Dadurch kamen wir bei mir gar nicht zu den weiteren Fragen, ob ich schwul sei oder jemals Geld für Sex genommen habe, womit man auch aus der Kandidatenliste fliegt. Außerdem kommt bestimmt noch die Frage, ob man Mitglied einer terroristischen Vereinigung ist, hinzu (OK zugegeben, die letzte ist ausgedacht und nicht wirklich in der Liste - Christians erstaunte Nachfrage kann ich daher bestätigen: Ja, die nehmen tatsächlich Terroristenblut!) Vielleicht ist es aber auch ganz gut, dass ich nicht akzeptiert wurde, denn von sechs anwesenden Spendern schien bei zwei von ihnen die Nadel nicht richtig gesetzt zu sein, denn es kam wenig bzw. gar kein Blut. Da es eine Vorschrift gibt, dass die erforderliche Menge innerhalb von zehn Minuten erreicht werden muss, versuchte man diesen Kandidaten fieberhaft „beim Bluten zu helfen“. Zum Glück wurde in den USA kürzlich die Definition von Folter umgedeutet, sonst hätte es dort evtl. ein Problem gegeben… Außer Schmerzen gab es für die beiden Kandidaten im Endeffekt nichts zu holen; das abgenommene Blut musste entsorgt werden.

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Aber um das ganze mal auf eine etwas wissenschaftlichere Ebene zu heben: Das amerikanische Rote Kreuz schließt diverse Risikogruppen als Blutspender aus (u.a. Schwule wegen des höheren HIV-Risikos, was natürlich im Land der political correctness auch einige Debatten hervorruft). Ebenfalls abgelehnt werden alle Menschen, die seit 1980 mehr als 3 Monate in Großbritannien, 6 Monate in einigen anderen Ländern (z.B. Deutschland) oder 5 Jahre im Rest Europas verbracht haben. Grund ist hier die Gefahr der Übertragung einer Variante der Creutzfeld-Jacob-Krankheit (vCJD) durch BSE-Erreger, also die oben angesprochene Mad Cow disease. Diese kann tatsächlich per Bluttransfusion übertragen werden und es existiert noch kein Testverfahren, um sie in Blutkonserven nachzuweisen. Fraglich bleibt allerdings, ob die derzeitigen amerikanischen Restriktionen nicht etwas über das Ziel hinausschießen. BSE-Fälle hat es mittlerweile auch in den USA gegeben, eine signifikante Anzahl an menschlichen Todesfällen in ihrer Folge allerdings nur in Großbritannien. In Deutschland werden Menschen, die in Großbritannien operiert wurden oder dort eine Bluttransfusion erhalten haben, nicht als Blutspender akzeptiert.
Die negative Folge eines Ausschlusses zu vieler freiwilliger Spender sind sinkende Blutvorräte, die durch verstärktes Werben um Spender aufgefüllt werden müssen, um die Blutversorgung sicherzustellen. Hierbei wird häufig Geld geboten, was wiederum Menschen als potentielle Spender anlockt, die höhere Risiken in diversen Kategorien aufweisen und die Fragen nicht unbedingt wahrheitsgemäß beantworten, um an das Geld zu kommen. Empirisch belegt ist außerdem, dass das Risiko für Virusinfektionen bei neuen Spendern höher ist als bei Dauerspendern.
Eine deutsche Studie besagt, dass der Ausschluss von Spendern selbst bei pessimistischen Szenarios den epidemiologischen Verlauf der angesprochenen Variante der Creutzfeld-Jakob-Krankheit nicht wesentlich verändern würde. In den USA könnte allerdings die Angst vor den berüchtigten Schadensersatzklagen eine Rolle spielen und somit zu Anstrengungen zur Verhinderung von Einzelfällen, selbst bei einer potentiellen negativen Auswirkung für die Gesamtsituation, führen. Zum Glück konnte durch die restriktive Handhabung die Übertragung des Rinderwahns auf Menschen in den USA verhindert werden.

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Abschließend noch eine kleine Hilfestellung zum Erkennen der Mad Cow disease. Infizieren kann man sich neben Bluttransfusionen noch über den Verzehr von Nahrungsmitteln, die BSE-Erreger in sich tragen .


P.S.: Falls jemand eine der Rinderwahnschleifen von Harald Schmidt hat und sie mir verkaufen würde, sagt Bescheid. Ich würde sie mir zu gerne hier im Büro anstecken, da meine Kollegen schon überlegt haben, mich als Träger der Mad Cow disease in ein Quarantäne-Cubicle umzuquartieren.
31.8.06 00:18
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Uwe / Website (31.8.06 14:14)
Haben nicht die meisten Amerikaner schon irgend eine Form von CFJ ?

Gut, ich gebe zu, das ist ein wenig böse und trifft nicht wirklich zu, aber wenn ich einige der Dinge sehe und höre, die in Amerika stattfinden und von Amerikanern geäussert werden, dann frage ich mich, ob CFJ in einige Bereichen nicht komplett durchschlägt.

Ich gebe ja auch zu, es soll Amerikaner geben, die auch vernünftig sind.
Ausserdem sitze ich hier in Europa und in einer der konservativsten Gegenden Deutschlands.
Bei den Bayern sollte man manchmal die gleiche Frage stellen.

Viel Spass noch in Amiland.

Uwe


Carsten (18.10.06 18:53)
Eine Anfrage bei der Redaktion von Harald Schmidt bezüglich der "Rinder gegen den Wahnsinn"-Schleifen war leider nicht erfolgreich. Hier die Antwort der Online-Redaktion:

Hallo,

wir freuen uns sehr, dass Sie unsere Requisiten so schön finden, dass Sie sie sogar für sich haben möchten. Leider können wir sie Ihnen nicht überlassen. Wie Sie wissen, ist die ARD immer knapp bei Kasse und aus diesem Grund sitzen Haralds Kinder bei uns im Keller und fertigen diese Gegenstände in harter Arbeit an. Nachts nach der Sendung werden die Requisiten wieder auseinander geschraubt und recycelt und die Kinder dürfen, bevor sie in die Schule gehen, noch einen Schluck Wasser trinken und sich die Nutella-Werbung anschauen.

Bitte haben Sie Verständnis!

Mit freundlichen Grüßen,
Ihre Online-Redaktion

Kogel & Schmidt GmbH

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